Mag der Vergleich zum Internet auch etwas hinken, so ist die Vielfalt an Senderangeboten und Programminhalten schon doch groß: über vierzig Stationen aus aller Welt senden in deutscher Sprache, Wenn Sie des Englischen mächtig sind, ggf. noch Französisch verstehen - dann reicht eine Woche wohl kaum aus, zumindest einmal überall kurz "vorbeigehört" zu haben.
Hier nur eine kleine,
unsortierte Auswahl an Ländern, aus denen Sender auf Deutsch zu hören
sind:
China, Taiwan, Thailand, Equador, Argentinien, Namibia, Finnland, Schweden, Indonesien, Russland, Südkorea, Nordkorea, Iran, Serbien, Malta, Israel (auf jiddisch), Spanien, Ungarn, Tschechien, Usbekistan, Libyen, Japan, Thailand, Armenien...Die Vielfalt ist groß, die Sendungen interessant, und die Aktualität ist hoch ! Lange bevor in unseren Medien die Meldung eines Ereignisses verbreitet wird, kann man darüber schon vorab durch Sendungen aus dem jeweiligen Land erfahren. Ein Beispiel war das Erdbeben auf Taiwan im Herbst 1999: Die Sonderberichterstattung durch den Sender Radio Taipei International verschaffte den Kurzwellenhörern einen Informationsvorsprung und Hintergrundberichte, die weit über das, was in unseren Medien verbreitet wurde, hinausgeht.
Das Kurzwellenhobby hat somit neben dem technisch faszinierenden Aspekt auch einen ganz praktischen Wert - und das nicht nur in "Krisenzeiten". Es geht um die Information über andere Länder, ander Kulturen, andere Sitten. Fremdes wird bekannter, und mit dem Drehen am Abstimmknopf verändert sich auch der eigene Horizont. Kurzwellenhörer sind weltoffen - das Hobby Kurzwelle verbindet - weltweit.
Nachfolgend meine kleine, persönliche Vorstellung einiger Rundfunkstationen aus aller Welt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit !
So
geraten die Auslandsdienste der Staaten des ehemaligen "Ostblocks" nunmehr
unter Finanzdruck. Trauriges Beispiel ist der deutsche Dienst Tschechiens,
der immer im wieder bangen musste, ob er nun weiterbesteht oder nicht.
Dies scheint nun erst einmal gesichert zu sein. Das Beispiel zeigt, dass
Empfangsberichte und Kommentare zum Programm umso wichtiger sind, zeigen
sie doch den Verantwortlichen vor Ort, dass hier wirklich ein Bedarf an
Information besteht.
Ebenso zusammengeschrumpft
ist das Angebot des polnischen Auslandsdienstes, hier gilt genauso das
eben gesagte. Beinahe jedes Land im östlichen Teil Europas bietet
täglich Sendungen in deutscher Sprache an, somit wird man umfassend
informiert, welche Entwicklungen jene Länder erfahren und wir können
uns informieren, wie dort die Entscheidungen in der "westlichen Welt" gesehen
werden. Neben den beiden genannten Diensten gibt es zur Zeit deutsche Sendungen
aus Russland (Stimme Russlands), Ungarn, Albanien, Weißrußland,
Armenien, Slowenien, der Slowakei und Rumänien. Allein schon
diese Region der Welt bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich
"vor Ort zu" informieren.
Schaut man gen Westen,
so hören wir aus England leider kein deutsches Programm mehr. Die
BBC hat ihren deutschen Dienst in 1999 eingestellt. Das ist zwar bedauerlich,
entgegen den Kommentaren einiger Kolumnisten hat die Ionisphäre aber
trotzdem nicht aufgehört, zu existieren.
So kann man Radio
France mittlerweile wieder innerhalb eines Programmbündels mit anderen
Stationen auf der Langwelle 261kHz empfangen. Auch Spanien ist nun an zwei
Tagen in der Woche mit einem sehr interessanten Programm, Berichten über
die Regionen und schöner Musiktitel "on the Air". Die Eidgenossen
aus der Schweiz senden ja ebenso wie unsere Österreichischen Nachbarn
naturgemäß in deren Mundart - deutsch - verständlich und
zum Glück auch auf der Kurzwelle. Radio Österreich International
ist eine ständige, zuverlässige und interessante Informationsquelle
mit vielen abwechslungsreichen Beiträgen. Wer gerne Alpenlandmusik
hört, sollte immer mal wieder bei 531 kHz hineinschalten, die Macher
der "Musigwälle" (=Musikwelle) Beromünster scheinen einen unerschöpflichen
Vorrat dieser Musik zu besitzen. Dazwischen gibt es immer wieder Nachrichten
und Informationen.
Aus Italien, genauer aus Rom senden RAI als auch Radio Vatikan. Die Nachrichtensendungen der RAI sind mit etwa drei Minuten sehr kurz, aber immerhin...
Wer bei Radio Vatikan an Rosenkranzrezitationen und Gottesdiensten live denkt, der irrt sehr. Sicherlich sind bei einem religiösen Hintergrund solche Programme zu erwarten, aber Radio Vatikan bietet dem Hörer sehr umfassende Nachrichten aus allen Teilen der christlichen und nichtchristlichen Welt. Hörerfragen werden offen beantwortet, und Reportagen und Interviews zu aktuellen weltlichen Fragen zeigen, dass hier kompetente und fachkundige Macher am Werk sind ! Laudito Jesus Christus. Gott sei´s gedankt ! Religiöse Sender findet man auf den kurzen Wellen überall. Oftmals sind es Sender aus den USA, die mittels der Anmietung von Zeit bei Relaisstationen ihren Sendeauftrag zu erfüllen hoffen - eben ihre Missionsarbeit auszuführen.
Der
Sender ist kein staatlicher Auslandsdienst - im Gegenteil wird er durch
Spenden aus aller Welt finanziert. HCJB steht für "Höre Jesus
Christus Botschaft" - aber hier wird nicht in der Form "Auch DU bist ein
Sünder !!" missioniert, sondern in einer ansprechend gestalteten Weise,
die auch Nicht-Christen und ggf. auch einem eingefleischten Atheisten zusagen
dürfte. Neben Programmteilen mit religiösem Inhalt werden
schöne Reportagen und Berichte aus Lateinamerika gebracht. Die Atmosphäre
ist familiär, und locker. Aus Brasilien kommen zur Zeit keine deutschsprachigen
Sendungen - leider wurde der Auslandsdienst "Radiobras" aufgrund finanzieller
Engpässe aufgelöst, und eine Nachfolge ist nach neuerem Stand
nicht erkennbar. Das bedeutet aber nicht, dass auf Dauer keine Sendungen
mehr zu erwarten sind ! Die Lage könnte sich ebenso schnell wieder
ändern, wie es für südamerikanische Verhältnisse üblich
ist. Derartige Infos und auch andere, interessante Neuigkeiten findet man
in der Zeitschrift "Kurier" des ADDX/AGDX.
"Radio Argentina Exterior, hier ist RRRRAAAEEEE", so klingt es aus dem Lautsprecher, und oft hört man wunderschöne Tangomusik, wenn auch die Empfangsqualität aufgrund etwas älterer Sendeanlagen doch manchmal leidet. Beim Empfang des deutschen Programms, das im übrigen meist Live moderiert wird, kommt echte Südamerika-Stimmung auf. Abwechslungsreich, interessant, freundliche Moderator/innen. Von Montags bis Freitag ist der deutsche Dienst auf Sendung, am Wochenende hört man auf der gleichen Frequenz das spanische Programm von Radio Nacional.